Pop Up!
Trotz Internet und Augmented Reality haben Pop-up-Bücher
nichts von ihrer Faszination verloren. Ob liebevoll gestaltete
Märchenbücher, moderne Klappkarten oder filigrane
Architekturmodelle mit komplizierten Aufstellmechanismen: Bis heute
beflügeln 3D-Bücher die Fantasie und entführen den
Betrachter in wunderbare räumliche Welten, die auf
überraschende Weise lebendig und real erscheinen.
Vojtěch Kubašta, Pop-Up-Pionier aus Prag
Der tschechische Buchkünstler und Illustrator zählt
zu den einfalls- und einflussreichsten Pop-up-Künstlern
weltweit. Seine fantasievollen Arbeiten setzen bis heute
Maßstäbe im Bereich der mechanischen Bücher.
Vojtěch Kubašta (1914-1992) gilt als einer der ganz
Großen im kleinen Segment der dreidimensionalen Bücher.
Seinem Erfindungsreichtum ist es zu verdanken, dass die mehr als
800 Jahre alte Tradition der mechanischen Buchkunst bis heute
überdauert hat.
Als Kubašta dem Prager Verlag ARTI A 1956 sein erstes
Pop-up-Buch anbot, waren 3D-Bücher vor allem in den USA
beliebt. In Europa war die Tradition der Kulissenbücher nach
dem Zweiten Weltkrieg dagegen nahezu erloschen. Seine erste
umfangreiche Buchreihe bei ARTI A inszenierte Märchen der
Brüder Grimm und von Hans Christian Andersen. Der Erfolg blieb
nicht aus: Kubašta galt schnell als Meister des Pop-ups. Mit
durchdachter Falttechnik und farbenfroh illustrierten Motiven
zauberte er räumliche Inszenierungen zwischen zwei Buchdeckel,
die noch heute verblüffen. In Europa setzten seine Werke die
in Vergessenheit geratene Kunst der bewegten Bücher wieder in
Gang, und das in einer nie da gewesenen Qualität und
Quantität. Mehr als drei Jahrzehnte arbeitete Kubašta an
Märchenbüchern, großen Panascopic-Formaten, an
Film-Adaptionen und Jugendbüchern. Die "Weiße Reihe" von
1974 war seine letzte Arbeit. Kubaštas Bücher wurden in
37 Sprachen übersetzt und weltweit in millionenfacher Auflage
lizensiert.
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