Der Inseldrucker von Syros
Das griechische Wort Typo- graphie verbindet Drucker auf der
ganzen Welt miteinander. Kein Wunder also, dass die Heidelberg
Nachrichten auch aus Griechenland über ein interessantes
Unternehmen berichten kann, das nicht trotz, sondern wegen seiner
einmali- gen Lage auf einer Insel den Geschäftserfolg für
sich abon- niert hat: George Vakondios heißt der Besitzer der
Druckerei Typokykladiki S.A.
Ob irgendjemand schon einmal alle Inseln der Kykladen
gezählt hat? George Vakondios lacht herzhaft über diese
Frage. "Vermutlich, aber es sind sehr viele. Bewohnt sind
allerdings nur 24", gibt er zu bedenken. Wenn es eine
Druckerei in einer traumhaften Kulisse gibt, dann hat diese ab
sofort einen Namen: Typokykladiki S.A. Übersetzt heißt
dies so viel wie "Druck auf den Kykladen". Die Kykladen
sind eine griechische Inselgruppe in der Ägäis - also dem
östlichen Teil des Mittelmeeres. Von der Druckerei aus bietet
sich ein malerischer Blick über Syros, die Inselhauptstadt
Ermoupolis, das türkisfarbene Meer und in einen wolkenlos
blauen Himmel. Eine Postkartenidylle, so schön, dass sie fast
schon surreal wirkt.
Rund 100.000 Menschen leben verteilt auf den Inseln, die
meisten davon auf Syros. Es gibt Inseln mit weniger als hundert,
andere mit einigen tausend Bewohnern. Touristisch wenig
erschlossen, ist Syros mit seinen Stränden und historischen
Bauwerken noch ein Geheimtipp für Urlauber. Syros liegt im
Zentrum der Kykladen und ist mit 86 Quadratkilometern die
elftgrößte der Inseln. Über Ermoupolis, der
Hauptstadt von Syros und gleichzeitig des Regierungsbezirks der
Kykladen, thront Ano Syros. In der seit über 700 Jahren fast
unveränderten Stadt mit vielen Stufen und engen Gassen, die
zum Verweilen einladen, ist George aufgewachsen. Jeden Tag musste
er zur Schule hinuntersteigen nach Ermoupolis und am Nachmittag
wieder hinauf. Beschwerlich war dies, aber das Leben in den
historischen Gemäuern war für ihn auch aufregend. Wenn er
darüber spricht, merkt man ihm den Stolz auf seine Wurzeln
deutlich an. Ano Syros wurde von Venezianern gegründet und ist
überwiegend katholisch, im Gegensatz zu Ermoupolis, das
größtenteils christlich-orthodox geprägt ist und
auch stärkeren Einflüssen von
"Festland-Griechen" ausgesetzt war. Auch der Familienname
Vakondios spiegelt katholische Wurzeln wider, denn er stammt
eigentlich aus dem Italienischen, wo "Vai con Dio" zu
Deutsch "Geh mit Gott" bedeutet.
Angefangen hat George als einfacher Drucker im elterlichen
Betrieb - wobei "einfach" eine ebenso richtige wie
falsche Umschreibung für ihn ist. Schon Großvater und
Vater waren bereits Drucker. Der Vater gründete auch mit einem
Bruder 1958 eine eigene Druckerei in der Altstadt von Ermoupolis.
Schon in jungen Jahren hilft George im väterlichen Betrieb
mit. Er unterstützt seinen Vater, wo er nur kann, und erlernt
so das Druckerhandwerk. Der Betrieb arbeitet seit Anfang der 1960er
Jahre mit einem Heidelberg Tiegel. Doch George will mehr: Er lernt
zeitweise in Athen, durchläuft dort etwa zehn verschiedene
Druckereien und lernt unterschiedliche Druckprozesse sowie
Unternehmensführungen kennen. Daraus entstehen seine eigenen
Vorstellungen für den elterlichen Betrieb: Er möchte
moderne Maschinen, und er will expandieren. Der Onkel und
Mitgeschäftsführer ist eher skeptisch, doch sein Vater
unterstützt ihn dabei. Weil der Onkel nichts von
"seinem" Geld in neue Maschinen investieren will,
versetzt George kurzerhand mit 16 Jahren sein Motorrad und kauft
davon die erste Schneidemaschine. Bis dahin musste das
benötigte Papier immer in derjenigen Größe
eingekauft werden, die später das Druckprodukt haben sollte,
denn auf den gesamten Kykladen gab es bis dato keine einzige
Schneidemaschine.
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Typokykladiki S.A.
Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie hier. Homepage