Mit alter Technik zu neuen Ideen
Im "Museum der Arbeit" in der norddeutschen Metropole
Hamburg können Besucher erfahren, wie in früheren Zeiten
Holzbuchstaben hergestellt wurden und damit Drucke entstanden. Der
Grafikdesigner Daniel Janssen hat dafür die letzte Holzlettern
Manufaktur Deutschlands restauriert und in einer Schauwerkstatt
aufgebaut.
Mit knappen Slogans in großen, klaren Buchstaben
informieren uns Plakate über Sonderangebote,
Veranstaltungsankündigungen oder Wahlkampag- nen. Nicht nur
die Bilder, auch die Worte sollen schon aus der Ferne aufgenommen
werden. Doch wie gelangten die überdimensionalen Buchstaben
aufs Papier, bevor das Zeitalter moderner Druckmaschinen und
Computertechnologien anbrach? Große Buchstaben wurden
früher aus Holz gesägt oder gefräst, auf einer
Platte zu Sätzen zusammengelegt und dann zu Schriftzügen
auf den Bogen gedruckt.
Robuste Buchstaben aus Holz
Da die Produktion großer Buchstaben aus Blei mit viel
Aufwand und Kosten verbunden war, wurden Buchstaben aus Holz
hergestellt. Das Holz stammte aus Birnen-, Ahorn- oder
Buchsbäumen, die durch ihre robuste Struktur der hohen
Belastung der Druckwalzen besonders gut standhielten und sich durch
ihre kurzen Fasern ideal bearbeiten ließen. Schon Anfang des
19. Jahrhunderts wurden Holzlettern für den Druck von Plakaten
und Überschriften eingesetzt. Vor allem in England und den USA
wurde im Zuge der aufkommenden Werbung der Bedarf nach neuen
Schriften mit ausgefallenen Designs immer größer.
Zahlreiche Firmen spezialisierten sich auf die Produktion von
Holzschriften, den so genannten Plakatschriften. Anders war es in
Deutschland, wo die Produktion gegen Mitte des 19. Jahrhunderts
einsetzte: Hier produzierten ausschließlich die
Schriftgießereien Holzbuchstaben, die auch Bleilettern
herstellten. Darüber hinaus waren sie weniger experimentell,
so dass die deutschen Plakatschriften die strengen und geradlinigen
Formen der Bleischriften in größerer Ausführung
wiedergaben.
Holzlettern hielten allerdings längst nicht so lange wie
Lettern aus Blei. Je länger sie in Gebrauch waren, desto
stärker nutzten sich Oberfläche und Kanten ab, wodurch
das Druckbild immer unschärfer wurde. Nach etwa 30 Jahren
waren Holzlettern nicht mehr für den Druck einsatzfähig.
Mit zunehmender Automatisierung durch den Offsetdruck im 20.
Jahrhundert wurde die Nachfrage nach Holzlettern immer geringer.
Demnach stellten die deutschen Schriftgießereien die
Produktion von Holzlettern im Laufe der 1960er Jahre ein. Die noch
verbleibende Nachfrage deckte die Firma "Gedi-Schriften"
der Gebrüder Diller aus Bamberg ab. Allerdings wurde der
Bedarf bald so gering, dass auch sie ab 1975 keine Holzlettern mehr
herstellte.
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Museum der Arbeit
Weitere Informationen zum Museum der Arbeit in Hamburg finden Sie
hier Homepage
Holzlettern Manufaktur
Weitere Informationen zum Projekt "Holzlettern Manu-
faktur" und seinem Designer Daniel Janssen finden Sie hier