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Die Perle am Atlantik

Leonilde Terceiro, Geschäftsführerin der Druckerei Fernandes & Terceiro aus Carnaxide bei Lissabon
Lissabon zählt zu den schönsten Metropolen der Welt und wird gerne in einem Atemzug mit Paris, Mailand oder New York genannt. Die portugiesische Hauptstadt, am Atlantik und westlichsten Zipfel des europäischen Kontinents gelegen, ist mit ihrem Umland mit etwa 3,5 Millionen Bewohnern wirtschaftlich ein Wachstumsmagnet. Arbeit gibt es also genug für fleißige und intelligente Drucker wie Leonilde Terceiro, Geschäftsführerin der Druckerei Fernandes & Terceiro aus Carnaxide bei Lissabon.

Auf und zwischen sieben Hügeln errichtet - und dadurch sehr eingeengt - steht sich die Hauptstadt Portugals topographisch gesehen etwas selbst im Wege. Das Stadtbild wird deshalb, von den Prachtstraßen einmal abgesehen, von engen und notorisch verstopften Straßen und Gassen geprägt - und das Verkehrschaos ist nicht weniger berühmt als die alten Bauwerke. Der Glanz der Stadt, die wie eine schöne Perle elegant am Ufer des Tejo liegt, stammt aus den Zeiten der großen Entdeckungen: Als es galt, die Welt zu erforschen und neue Kontinente aufzuspüren, war Lissabon Zentrale und Ausgangspunkt für die meisten Expeditionen und Entdeckungsfahrten. Und dank des florierenden Handels mit Übersee konnte sich das Land jenen kostbaren und kostspieligen Luxus aus Stein erlauben, den man heute so gerne bewundert.

Lissabon ist aber auch im Umbruch
Seit Portugals Beitritt zur Europäischen Union 1986 wird in der Hauptstadt an allen Ecken und Enden fleißig gebaut, saniert und renoviert. 1994 war Lissabon Kulturhauptstadt Europas, 1998 hieß die Expo Besucher aus aller Welt willkommen und 2004 richtete das Land die Fußball-Europameister- schaft aus. All diese Ereignisse gingen mit einem gigantischen Bauboom einher, in dessen Verlauf beispielsweise eine zweite Brücke über den Tejo errichtet wurde - eine der längsten Brücken der Welt. Auch die Innenstadt wurde wieder auf Hochglanz poliert. Der Hafen entlang des Expo-Geländes ist heute eine beliebte Wohn- und Flaniermeile mit einem der schönsten Meerwasseraquarien der Welt. Aus Lissabon wurde inzwischen eine echte "boomtown" mit vielen interessanten Unternehmen.

Fernandes & Terceiro im Umbau
Eigentlich hatte Leonilde Terceiro (46) mit dem Druckgewerbe nicht sonderlich viel am Hut. Ihr Vater gründete das Unternehmen 1960. Sie studierte Architektur und war in Lissabon bereits eine bekannte Architektin, als der Vater erkrankte und kurze Zeit später verstarb. Ihre Schwester zeigte kein Interesse an der Druckerei und so musste Leonilde Terceiro, die das Unternehmen im Familienbesitz halten wollte, in das Druckgewerbe wechseln. Erschwerend dabei war, dass beide Schwestern keine Ahnung von der Materie hatten. "Als ich die Firma 1992 übernahm, kannte ich noch nicht einmal den Unterschied zwischen normalem und Kartonpapier. Aber ich hatte hier im Unternehmen gute Mitarbeiter, die mir sehr geholfen haben", berichtet Leonilde Terceiro, die in der Zwischenzeit sehr gute drucktechnische Kenntnisse erworben hat. Dank weiblicher Intuition, Mut und Geschäftstüchtigkeit führt Leonilde Terceiro das Erbe ihres Vaters weiter und leitet das Unternehmen als Geschäftsführerin sehr erfolgreich.

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