Im Schatten des Fujiyama
In Nagaizumi-cho, Suntou-gun, Shizuoka, südwestlich von
Tokio, befindet sich der Sitz der Tokushu Paper Manufacturing Co.
Ltd., einem in Japan bekannten Produzenten für Spezialpapiere.
Das Unterneh- men eröffnete 2001 das "PAM", ein
privates Museum - mit höchst interessanten, seltenen und
teilweise sehr wertvollen Exponaten aus Papier.
Immer im Blickfeld ist der höchste und heilige Berg
Japans, der Fujiyama, mit seiner schneebedeckten Spitze. Egal, wo
man sich auch bewegt in Shizuoka: Es bietet sich ein
atemberaubender Blick auf den 3.776 Meter hohen Riesen. Hier hat
die Tokushu Paper Manufacturing Co. Ltd. mit rund 620 Mitarbeitern
ihren Sitz. Der inzwischen zehnte Vorstand des 1926
gegründeten Unternehmens heißt Kiyotoshi Misawa (56) und
ist seit April 2004 in dieser Funktion tätig. Das Unternehmen
mit rund 22 Milliarden Yen (etwa 160 Millionen Euro) Jahresumsatz
forscht und arbeitet sehr stark im Bereich der traditionellen
Papierproduktion, ist ständig auf der Suche nach den
geeigneten natürlichen Grundstoffen und bietet auch
entsprechend ausgefallene Papiersorten und noch ausgefallenere
Papierdesigns an.
In dem Streben nach der vollkommenen Gestaltungsform lassen
die Mitarbeiter visuelle Eindrücke aus der Natur in das
Papierdesign einfließen, um beispielsweise Papiervariationen
zu schaffen, die in ihrer Oberflächen- struktur und mit ihren
Farben Naturmaterialien wie Stein, Marmor oder Holz widerspiegeln.
"Papier ist ein wichtiger Bestandteil der japanischen Kultur
und viel mehr als ein Bedruckstoff. Es wird beispielsweise auch im
Hausbau eingesetzt, etwa für die Zwischenwände
traditioneller Häuser. Diese traditionellen japanischen
Häuser werden aus den drei Grundstoffen Papier, Holz und Erde
gebaut", berichtet Misawa.
Von der Schuhsohle bis zum Geldschein
Ob als Einlegesohlen in Schuhen, für Etiketten oder
Briefpapier: Wenn es etwas ganz Besonderes sein soll, ist man in
Japan auf ein Produkt aus Shizuoka angewiesen. Das Unternehmen ist
ein Nischenproduzent, kein Massenhersteller. Es verlassen rund
55.000 Tonnen Papier pro Jahr das Unternehmen, was für einen
japanischen Papierhersteller eher ein kleines Volumen darstellt.
Insgesamt werden in Japan rund 30 Millionen Tonnen pro Jahr
produziert, und es wird so gut wie kein Papier aus dem Ausland
bezogen. Die Rohstoffe für die Papierproduktion hingegen
kommen überwiegend aus anderen Ländern.
Kostet normales Papier etwa 100 Yen (etwa 0,73 Euro) je Kilo,
sind es bei Tokushu gut 400 Yen (circa 2,95 Euro). Dafür
erfüllen Tokushu-Papiere aber auch höhere Anforderungen
als normale Schreibpapiere. Produziert werden beispielsweise
spezielle Papiere für Kataloge, Bibelseiten, Poster,
Eintrittskarten, Postkarten, Banknoten, Schecks, Fotopapiere und
Etiketten. Darunter sind Papiere, die, auch wenn sie mit Wasser
vollgesaugt sind, nicht aufquellen oder leicht reißen, oder
auch Papiersorten, die nicht verrotten. Nicht verwunderlich ist
daher, dass immerhin 5.000 der insgesamt 25.000 japanischen
Papiersorten und Papierdesigns bei Tokushu angeboten werden.
Für Spezialpapiere ist das Unternehmen daher auch
Marktführer in Japan. Eine der beliebten Papiersorten
heißt "Tanto". Der Name ist aus einem
portugiesischen Wort abgeleitet und bedeutet "viel".
Diese Papiersorte steht in 152 Farben sowie verschiedenen
Grammaturen und unterschiedlichen Formaten zur Auswahl. Wie kaum
ein anderes Produkt vereint Tanto einen derartigen
Variantenreichtum und eine Ausführungsvielfalt, dass es
weltweit seinesgleichen sucht.
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Tokushu Paper Manufacturing Co.
Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie hier Japan. Homepage