"Ohne die Vernetzung wären wir nicht so schnell gewachsen"
Lohnt sich das? Gerade kleinere Druckereien betrachten
Workflow-Lösungen meist als Luxus. Ganz anders Jürgen
Piper. Der Geschäfts-
führer von Digital Design, einer Akzidenzdruckerei mit
neun Mitarbeitern im norddeutschen Schwerin, hat die Teilbereiche
seines Unternehmens per zentrale "Datendrehscheibe"
komplett integriert. Im Gespräch mit Heidelberg Nachrichten
erläutern Piper und seine Geschäftspartnerin Beate
Stabenow, wie sie die einzigartigen Fähigkeiten von Prinect
einsetzen, um schneller, besser und profitabler zu produzieren und
sich damit vom reinen Vorstufenbetrieb zur innovativen
Full-Service-Druckerei gemausert haben.
Frau Stabenow, Herr Piper, Sie haben nicht nur durchgängig
Prinect im Einsatz, sondern sind auch immer unter den ersten
Anwendern neuer Lösungen wie des Prinect Integration Systems.
Warum spielt die Integration für eine kleinere Druckerei wie
Ihre eine so bedeutende Rolle?
Jürgen Piper: Heute gibt es nur zwei
Möglichkeiten, um zu wachsen: Entweder man verfügt
über eine schlanke und effiziente Produktion, oder man bietet
mehr und bessere Leistungen an als der Wettbewerb. Wir verfolgen
beide Ziele: kostengünstige Produktionsstrukturen und
innovative Produkte. Und hierbei unterstützen uns die Prinect
Lösungen. Wir haben 1991 als reiner Vorstufenbetrieb mit zwei
Mitarbeitern angefangen, uns Ende der 1990er Jahre aber
entschlossen, im Haus entwickelte Dinge auch selber umzusetzen,
damit wir Services aus einer Hand anbieten können. Deshalb
haben wir eine Speedmaster SM 52-Vierfarben mit Wendung
angeschafft. Das war zwar für uns eine große Investition,
doch wenn wir etwas machen, dann richtig. Allerdings sind wir bei
der Abarbeitung der Aufträge sehr schnell an Grenzen
gestoßen: Die Datenvorbereitung wie zum Beispiel das Trapping
oder die Umwandlung von Word-Dokumenten war extrem
zeitaufwändig. Beispielsweise werden Dokumente,
einschließlich der Schrift, standardmäßig in CMYK
angelegt. Daher mussten wir die Schriften erst wieder nach schwarz
konvertieren, dies erledigt unser System heute automatisch.
Beate Stabenow: Außerdem belichteten wir damals noch
auf Film. Das führte zu dramatischen Engpässen in der
Vorstufe, weil die Drucker die Filme selbst montieren mussten. Aus
Kostengründen konnten wir kein spezielles Personal dafür
einstellen oder eine zusätzliche Schicht fahren. Um
wettbewerbsfähig zu werden, blieb uns daher keine andere Wahl,
als die Abläufe zu straffen und die Durchlaufzeiten zu
reduzieren. Deshalb haben wir mit dem Heidelberg Topsetter auf CtP
umgestellt, Prinect MetaDimension als RIP-Software eingeführt
und die Prinect Signa Station zum Ausschießen installiert.
Gleichzeitig haben Sie auch noch das
Management-Informations-System Prinance für die
Auftragskalkulation angeschafft?
Beate Stabenow: Uns wuchsen die Anfragen über den
Kopf. Wir waren nur noch am Kalkulieren. Prinance ist deshalb eine
gigantische Erleichterung. Das System errechnet den Bedarf an
Papier, Farbe sowie den Zeitaufwand sogar für komplexe Jobs
automatisch. Dadurch können wir zuverlässiger und
deutlich schneller kalkulieren. Außerdem mussten wir trotz
unseres schnellen Wachstums - wir erhalten heute rund 350 Anfragen
im Monat - kein zusätzliches Personal einstellen. Entlassen
haben wir natürlich auch niemanden, da wir unsere Ressourcen
nun umso intensiver zur Kundenberatung oder zum Aufbau
zusätzlicher Services einsetzten können.
Und wie haben Sie Ihre Vorstufe auf Trab gebracht, damit Sie das
wachsende Auftragsvolumen bewältigen konnten?
Jürgen Piper: Mit dem Prinect Printready System. Das
Tolle an diesem Workflow-System ist, dass wir die
Arbeitsabläufe für jeden Kundenauftrag als individuelles
"Kochrezept" definieren und ablegen können. Ein
solches "Kochrezept" kann beispielsweise folgende
Sequenzen enthalten: Erst werden mit der Prinect Signa Station die
Bogen ausgeschossen, danach die Farbwerte (CIP4-Daten) für die
Farbvoreinstellung erzeugt, dann die Daten entsprechend der
vorgewählten Rasterweite gerippt und auf Platte bebildert.
Viele Kunden haben ihre individuellen Eigenheiten, etwa, dass sie
uns ihre Daten und Bilder als RGB zusenden. Auch eine solche
Konvertierung lässt sich als Sequenz eines Workflows
speichern. Kommt jetzt ein Auftrag des Kunden, dann genügt ein
Mausklick, und schon läuft die Abarbeitung des Jobs. Manchmal
erhalten wir äußerst kurzfristig Aufträge, die wir
ohne Workflow gar nicht erfüllen könnten. Unser Rekord
ist eine 92-seitige Broschüre, für die wir am Nachmittag
das PDF erhielten, und bereits am nächsten Morgen haben wir
die gewünschten 60 Exemplare ausgeliefert. Ein solcher
Produktionsdurchsatz ist nur mit technischen Helfern wie der
hochautomatisierten Workflow-Lösung Prinect Printready zu
schaffen, mit der wir - trotz des höheren Tempos bei uns -
auch noch Fehlerquellen eliminieren konnten!
Haben Sie ein Beispiel für Abläufe, bei denen per
Workflow Fehler automatisch vermieden werden?
Jürgen Piper: Prinect Printready überprüft
automatisch Einstellungen,die man sonst entweder gar nicht oder nur
mit hohem personellem Aufwand kontrollieren würde. Dazu
gehören zum Beispiel die Auflösung, die Über- und
Unterfüllungen sowie die Schriften - alles wichtige Dinge, die
Zeit sparen und zugleich die Produktion sicherer machen.
Darüber hinaus wird jetzt für jeden Job
standardmäßig ein Formproof erstellt, mit dessen Hilfe
wir prüfen können, ob die Schnitt- und Falzmarken stimmen
oder ob der Bogen richtig ausgeschossen ist.
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