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Ordnung und Fortschritt

Mit 38 Jahren ist man eigentlich im besten Alter - so auch die Druckerei Coan, die 1969 in Tubarão im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina gegründet wurde. Allerdings ist Coan in den letzten 15 Jahren erst so richtig gewachsen. Getreu dem Wahlspruch auf der Nationalfahne Brasiliens, "Ordem e Progresso", was übersetzt "Ordnung und Fortschritt" heißt, sollen die nächsten Jahre nicht weniger Erfolg bringen. Deshalb stehen jetzt Investitionen in Maschinen und in die Erweiterung der Produktionsfläche an.

Vor Haien braucht man sich in Tubarão - dem Haifisch - nicht wirklich zu fürchten. Der Name leitet sich aus dem ursprünglichen Wort der Ureinwohner, der tupi guarani, ab. Sie nannten den Fluss, an dem die gleichnamige Stadt liegt, "Tubá-Nharô". Dies bedeutet eigentlich so viel wie wild, unbezähmbar oder auch grausam. Für die ersten Europäer, die in diese Gegend vordrangen, die Portugiesen, klang das nach ihrem Wort für Hai, eben dem "Tubarão". Und so bekamen der Fluss und die Stadt ihren Namen, erklärt Leandro Coan, Sohn des Firmengründers João Batista Coan schmunzelnd seinen Besuchern. Die Stadt liegt im Süden Brasiliens, einer Gegend, in der sich während der großen Auswanderungswellen aus Europa überwiegend italienische und deutsche Siedler niedergelassen haben. So auch in Tubarão: Familie Coan hat ihre Wurzeln ebenfalls in Italien.

Wir schreiben das Jahr 1969, als João Batista Coan in Tubarão seine Druckerei gründet. Nach Joãos Tod führt zunächst seine Frau Eleine Cesconeto Coan die Druckerei bis 1992 weiter. Dann übernehmen Sohn Leandro Coan, Tochter Maria Eduarda Coan, die zu dieser Zeit Jura studiert, und ihr Mann Elídio Tadeu Bongiolo den Betrieb. Die Rollen sind dabei klar verteilt: Elídio Tadeu Bongiolo, ein erfolgreicher Geschäftsmann aus Nova Veneza, leitet das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau. Leandro Coan ist für die gesamte Produktion verantwortlich - eine nicht weniger große Herausforderung, denn in der Produktion arbeitet die Mehrzahl der heute 280 Mitarbeiter.

"Von der Mitarbeiterzahl her ist Coan das größte private Unternehmen der Stadt. Wir liegen zwar etwas abseits der ganz großen Metropolen des Landes wie Rio de Janeiro, aber dafür müssen wir auch deren Konkurrenz nicht fürchten", berichtet Eduarda Coan und ergänzt: "Tubarão ist mit seinen fast 90.000 Einwohnern vielmehr der Pol der Region mit einigen kleineren Städten im Umland und wirkt auch wegen der Universität und des Hochseehafens wie ein Magnet für die Menschen der Umgebung. Außerdem gibt es hier eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen wie Aluminium- und Keramikproduzenten. Diese waren auch die Ausgangsbasis für den Erfolg der Druckerei."

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