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Von Kiwis, Schafen und Leben ohne Grenzen

Grüne Wiesen und Wälder bis zum Firmament, wie auf einem Schachbrett angelegte Felder und Weiden: Schon aus der Luft wirkt Neuseeland ordentlich und gepflegt - ein Eindruck, der sich in Büros, Produktionsräumen, dem Maschinensaal und selbst dem Lager von Pakworld wiederholt. Die Druckerei in Christchurch hat sich dank intelligenter Investitionen in eine Speedmaster CD 74, einen Prosetter 74 und in die erste Varimatrix des Landes - ja sogar der gesamten südlichen Hemisphäre - zum modernsten Verpackungsspezialisten des Inselstaates entwickelt.

Scheinbar endlos winden sich die engen Straßen durch die grüne Landschaft. Immer gesäumt von Schafen, die am Straßenrand weiden. Wohin man auch in die schöne Natur blickt, die Schafe sind einfach überall. Große, kleine, manchmal schwarze, mit kurzem und mit langem Fell. Wenn nicht das Schaf, welches Tier verdiente dann die Ehre, als Wappentier Neuseelands zu dienen? Es mag für einige Zeitgenossen der sehr seltene, nur in der Nacht aktive und damit schwer wahrnehmbare Kiwi sein, von dem die Neuseeländer ihren internationalen Spitznamen bekommen haben. Auch wenn es noch immer einige Menschen geben soll, die meinen, dieser sei von der berühmten kleinen, grünen Tropenfrucht abgleitet, handelt es sich in diesem Fall jedoch tatsächlich um den flugunfähigen Vogel.

Über Stunden hinweg kommen einem keine Autos entgegen - und wenn der seltene Fall dann doch einmal eintritt, wird freundlich gegrüßt. Irgendwann verschwindet sogar die Asphaltdecke, und fast 40 Kilometer lang geht es über Schotterpisten immer weiter in die Bilderbuchlandschaft hinein, entlang an kleinen Farmen - von Schafzüchtern, versteht sich. Das Land wirkt unberührt und grenzenlos, ist aber von den vielen Zäunen der Schafskoppeln durchzogen. Unterbrochen wird die rumpelige Fahrt im Geländewagen auf staubigem Untergrund denn auch nur durch "cattle stops", Eisengitter im Fahrbahnuntergrund, die verhindern, dass sich die Schafe auf und davon machen - oder durch die Schafe selbst: Nicht selten blöken sie die Reisenden protestierend an und wirken geradezu entrüstet, weil man ihre Ruhe stört. Also geben sie sich störrisch, bleiben mitten im Weg stehen und lassen sich erst durch mehrmaliges Hupen zum Räumen der Piste bewegen. Ganz, ganz allmählich kommt eine rhythmische Bewegung in die Herde. Nein, Hektik kennen diese Tiere nicht wirklich, selten genug bekommen sie Besuch. Geduld ist gefragt, bis die Schafe den Gang auf die grüne Wiese zurückgelegt haben. Nach einigen Minuten ist der Weg endlich wieder frei, weiter geht die Fahrt.

Entspannung in der Natur.
Am Ende des langen Weges steht Jonathan Flett schließlich inmitten der Natur; Postkartenpanorama - Gletscherblick und Schafsgeblöke inklusive, auf der "Glenfalloch High Country Station". Jon Flett genießt solche gemeinsamen Ausflüge mit seiner Frau Mhairi und seinen zwei Kindern Sophie und Brodie: Auf der abgelegenen Lodge - seinem Geheimtipp für stressgeplagte Neuseeländer und Touristen - fühlt er sich wohl. Die Lodge liegt nicht weit von der Basisstation der "Methvin Heli Ski", mit deren Helikoptern sich Jon in den Wintermonaten gerne in die Berge zum Skifahren fliegen lässt - seinem einzigen und deshalb für ihn auch so wichtigen Hobby. Die Glenfalloch High Country Station liegt mitten in den Bergen der Südinsel Neuseelands auf einer Farm. Die Besitzer des Anwesens verdienen sich mit der Vermietung der Fremdenzimmer ein Zubrot. Ansonsten leben sie - wie so viele "Kiwis" - natürlich von der Schafzucht. Wolle und Fleisch der Tiere finden im Ausland ihre Abnehmer, denn die hohe Qualität wird geschätzt und ist sprichwörtlich weltberühmt.

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