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Übermorgen beginnt heute

Was macht eine Druckerei erfolgreich? Welches Geschäftsmodell ist das beste? Wer übermorgen noch Erfolg haben möchte, der sollte bereits heute darüber nachdenken, wie er dies erreichen kann. Zwei Fallbeispiele sollen dazu Anregungen bieten: Die deutsche Druckerei Stach hat sich nach langer Planung und Vorbereitung spezialisiert und hat heute mit weniger Aufträgen wesentlich mehr Erfolg. Henry Luce aus England hingegen setzt auf die Partnerschaft mit der Franchise-Kette Kall Kwik.

Geschäftsmodell: Spezialisierung Stach GmbH, Arnsberg-Neheim

Weniger ist manchmal mehr
Seit die Druckerei Stach ihr Geschäftsmodell erneuert hat, ist nichts mehr, wie es einmal war. "Wir haben heute viel weniger Aufwand und weniger Stress, sind aber wesentlich effektiver und vor allem auch produktiver als früher. Darüber hinaus treten wir selbstbewusster am Markt auf und müssen nicht über den Preis um jeden Auftrag kämpfen", erläutert Geschäftsführer Karl Heinz Ottersbach (50), der seit September 2006 den Betrieb gemeinsam mit Crista Stach (43) leitet.

Bis zum Jahr 2003 produzierte die deutsche Druckerei aus Arnsberg-Neheim bei Dortmund vor allem kleinere Standardaufträge. Diese ließen sich aufgrund großer Konkurrenz fast ausschließlich über guten Service und schnelle Liefertermine gewinnen.  Unternehmensgründer Georg Stach strebte deshalb einen Strategiewechsel an. Lukrativere und kreativere Aufträge waren das Ziel. Der Schlüssel hierzu sollten UV-Druck und hochwertige Veredelungen in kleinen Auflagen sein - neben dem Faktor Schnelligkeit, der den Betrieb, der sich auch weiterhin dem klassischen Offsetdruck verschreibt, seit jeher auszeichnet.


Geschäftsmodell: Franchising Henry Luce, Kall Kwik Exeter, Exeter, England


Familienbande
Den Niedergang der Textilindustrie vor Augen, entschied sich Martin Luce gegen Ende der Siebziger Jahre für einen Wechsel der Branche. Den Posten als Manager bei einem renommierten britischen Textilhersteller gab er auf und gründete eine Druckerei. Entscheidender Erfolgsfaktor für ihn und seinen Sohn Henry, der das Unternehmen heute leitet, ist die Franchise-Kette Kall Kwik.

Exeter im Südwesten Englands verdankt seinen wirtschaftlichen Aufstieg der Textilherstellung im 17. Jahrhundert. Wegen der Textilverarbeitung entwickelte sich die Region zu einem der Handelszentren. Unter anderem besitzt Exeter den viertgrößten Hafen in England, und lange Zeit war die Arbeit in dieser Branche eine sichere Bank. Doch dann kam die Globalisierung: Nach und nach wanderten die Textilhersteller in Richtung Fernost ab. Gegen Ende der Siebziger Jahre war das langsame Sterben der Unternehmen überall spürbar, und für Martin Luce war klar, dass seine berufliche Zukunft in einer anderen Branche lag. Druck, so erkannte er schnell, hatte Zukunft. Ohne Sachverstand, aber mit einem Ziel vor Augen und Startkapital in der Hand wollte er sich in eine neue Herausforderung stürzen - aber nicht in ein unkalkulierbares Abenteuer. Er entschied sich dazu, ein Franchise-Nehmer bei Kall Kwik zu werden. Die amerikanische Kette mit britischer Zentrale in London stellte dann Beratung bei der Existenzgründung, dem Maschinenkauf und im Kundenumgang zur Verfügung. Das war bereits 1980.

Unter den Top Ten
Etwa neun Jahre später trat dann Sohn Henry in seines Vaters Fußstapfen und leitet bis heute die Druckerei. Die avancierte inzwischen mit gut 1,5 Millionen Euro Umsatz im Jahr und 15 Mitarbeitern zu den Top Ten bei Kall Kwik - und das bei immerhin rund 170 an die Franchise-Kette angeschlossenen Druckereien im ganzen Vereinigten Königreich.



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Neheimer Druckerei Stach e.K.

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Kall Kwick Exeter

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