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Wir haben das Rad nicht neu erfunden, wir haben es verbessert!

Auf der drupa 2008 beginnt für Heidelberg eine neue Ära: Ab dem 29. Mai wird das Unternehmen der breiten Öffentlichkeit erstmals Maschinen im Format 6 bzw. 7b vorstellen. Heidelberg Nachrichten sprach mit dem Entwickler der gigantischen Druckwerke von Speedmaster XL 145 und XL 162, Gerd Merkel, über eine besondere Herausforderung: Heidelbergs traditionsreiche Ingenieurskunst innerhalb kürzester Zeit in einer neuen Dimension unter Beweis zu stellen.

Herr Merkel, wann haben Sie erstmals von dem Vorhaben gehört, Maschinen im Format 6 bzw. 7b zu bauen?
Gerd Merkel: Die Idee begegnete mir zuerst im März 2004. Damals war ich noch in der Entwicklung für die Speedmaster CD 74 tätig - bis plötzlich mein Chef Burkhard Maaß auf mich zukam und sagte: "Wir denken über ein Großformat nach. Wie wär's?" Das hat mich natürlich gereizt, schließlich tastet man sich bei Maschinen dieser Größenordnung an physikalische Grenzen heran. Mit anderen Worten: Wenn man sich um die genaue Auslegung bzw. Gestaltung entsprechender Teile kümmern soll, wird's zwangsläufig spannend.

Und wann begann Ihre Forschungsarbeit konkret?
Gerd Merkel: Das ging dann sehr schnell: Direkt nach der drupa 2004 haben wir mit der Konzeption angefangen. Die Zeit war nun reif für ein solches Vorhaben; also haben wir uns richtig ins Zeug gelegt.

Welche Forschungsschwerpunkte wurden Ihnen dabei zugeteilt?
Gerd Merkel:
Mein Job war es, die Idee eines modularen Duckwerkaufbaus in die Tat umzusetzen. Dazu gehört die gesamte Anordnung der Bogenführung, also vom Anleger über Offset- bzw. Lackier- und Trockenwerk bis hin zur Auslage. Zu diesem Zweck habe ich entsprechende Baugruppen samt Einzelteilen entworfen - und um die Machbarkeit meiner Entwürfe überprüfen zu können, wurde ich auch gleich mit der Versuchsplanung und -durchführung beauftragt. Damit einher gingen zudem Überlegungen zur Optimierung der Fertigung bzw. Produktion. Besonders geachtet haben wir letztlich auch auf die Ergonomie der Maschinen, schließlich soll unsere neue Formatklasse genauso komfortabel zu bedienen sein wie die kleineren Modelle - all ihrer Größe zum Trotz.

Das klingt nach einem Haufen Holz
Gerd Merkel: (lacht) Das stimmt sogar, wenn ich an unser erstes Modell im Maßstab 1:1 zurückdenke! Es war schon beeindruckend, die Dimensionen der Maschine mal in Wirklichkeit zu sehen: Die hölzerne Einfarben mit Lack kam mit An- und Ausleger auf stolze 15 Meter Länge, fünf Meter Breite und über drei Meter Höhe. Das hinterlässt natürlich einen ganz anderen Eindruck als meine virtuellen 3-D-Exemplare im Bildschirmformat. Übrigens haben wir erst anhand des Holzmodells gemerkt, dass wir am Aufgang einen Handlauf etwas zu hoch angesetzt hatten - aber das ist eine andere Geschichte. Also zurück zum Thema: Natürlich habe ich die Maschine nicht allein entwickelt. Das ist bei komplexen Systemen wie diesem ohnehin nicht mehr machbar. Tatsächlich waren daran zahlreiche Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen beteiligt: Manche haben sich zum Beispiel speziell mit dem Preset Plus An- bzw. Ausleger beschäftigt, andere mit elektrischen Antrieben, die nächsten mit Hard- und Software beispielsweise für den zentralen Leitstand oder auch die Prinect Funktionalität. Nicht zu vergessen die Kollegen aus Fertigung und Produktion, die wertvolle Erfahrungen einfließen ließen - und natürlich waren auch Servicetechniker und Produktmanager involviert.

Und potentielle Kunden?
Gerd Merkel:
Selbstverständlich auch die - und zwar von Anfang an! Wir haben uns Vorstellungen und Wünsche von Verlags- und Verpackungsdruckern aus ganz Europa, China und den USA sehr genau angehört, um ihre Anforderungen schon bei der Entwicklung der Maschinen berücksichtigen zu können.

Das komplette Interview können Sie über den Link in der Download-Box rechts oben herunterladen.

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