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Im Osten geht die Sonne auf

Im Herbst 1989 fällt die Mauer, die Berlin fast vier Jahrzehnte lang geteilt hat. Wenig später ist das Land wieder vereint. Der Münchener Volkswirt Klaus Deutsch (damals 50) sucht und findet daraufhin sein Glück in Ostdeutschland, der ehemaligen DDR: In Dresden startet er mit einer Einfarben GTO in die Zukunft. Seit etwa drei Jahren ist Sohn Christoph (38) am Ruder - und setzt erfolgreich neue Akzente.

"Auferstanden aus Ruinen" hieß es in der DDR-Hymne mit Bezug auf die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges. Als der neue Staat im Jahre 1990 wieder zu Grabe getragen wird, haben trotzdem nur wenige Menschen Tränen in den Augen: In vielen Städten des Landes - unter anderem auch in Dresden - sind die Narben des Krieges wegen der sozialistischen Mangelwirtschaft noch gar nicht verheilt. Doch Ostdeutschland bietet nach der Wiedervereinigung viele Chancen, die Menschen wie Klaus Deutsch nutzen wollen.

Deutsch sieht eine solche Chance in den Überbleibseln des "Volkseigenen Betriebes VEB Kombinat Robotron". Zu DDR-Zeiten steht der Name noch für Hightech im Sozialismus: Der modernste DDR-Staatsbetrieb stellt in Dresden Computer und Schreibmaschinen her. Das Unternehmen wechselt nach der Wende den Besitzer, wird Teil des Münchener Siemens-Konzerns. Die Hausdruckerei, die vor allem Bedienungs- anleitungen druckt, übernimmt Klaus Deutsch 1990. Er tauscht die alten Maschinen gegen eine GTO von Heidelberg aus und eröffnet seine Druckerei, nicht weit von den Ruinen der weltberühmten Frauenkirche. Inzwischen erstrahlt die Frauenkirche wieder in neuem Glanz, und die ehemalige Hausdruckerei ist heute eine Aktiengesellschaft mit dem Namen SDV, Sächsische Druck- und Verlags AG. Das Unternehmen mit 210 Mitarbeitern und einem Umsatz von 30 Millionen Euro versteht sich als "Medien AG". Dahinter steht das Konzept, Dienstleistungen rund um verschiedenste Medien anzubieten. Dazu zählen hochauflagige Mailings im Endlosrotationsdruck, individualisierte Digitaldrucksachen, Direktmarketing-Software sowie vor allem Offsetprodukte und Weiterverarbeitungs- Services. Die fünf Gesellschaften der Firmengruppe erfüllen damit ein breites Spektrum an Kundenwünschen und stemmen im Zusammenspiel auch komplexe Projekte.

Moderner Mediendienstleister
Klaus Deutsch gibt Anfang 2004 die Führung des Unternehmens an seinen Sohn Christoph ab und wechselt in den Aufsichtsrat. Der Sohn führt die Firmengruppe mit dem gleichen Elan wie der Vater, bringt aber neue Ideen mit und setzt eigene Akzente. Er konzentriert sich stärker darauf, betriebswirschaftliche und unternehmensstrategische Aspekte kontinuierlich auf die Zukunft auszurichten. "Wo sind meine Kunden morgen, was machen sie in der Zukunft, und wie kann ich ihnen dabei helfen? Das sind die Überlegungen, die mich treiben", erklärt er selbstbewusst und fügt hinzu: "Ich verstehe mich als Mediendienstleister, weil ich den Druck mit der Dienstleistung verbinde - und das auf zeitgemäße, moderne Art und Weise."

Einsteigen oder verkaufen. Fortschrittsdenken und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen - diese Eigenschaften resultieren wohl daraus, dass Christoph Deutsch schon früh Erfahrungen im Ausland sammelt: Sein Studium der Biotechnologie absolviert er unter anderem zwei Jahre lang in den USA. Danach arbeitet er für einen großen britisch-schwedischen Pharmakonzern. Doch dann ereilt ihn der Ruf des Vaters: Einsteigen oder verkaufen lautet die Alternative. Ein Jahr will er bleiben, erst einmal reinschnuppern …

Das "Reinschnuppern" ist jetzt mehr als drei Jahre her, denn die Faszination der Branche und ihre Möglichkeiten haben ihn gepackt. Christoph Deutsch träumt zwar nicht unbedingt von Druckmaschinen, dafür aber umso mehr von den Geschäftsmodellen, die seinem Unternehmen die Zukunft sichern.

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SDV - Die Medien AG

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