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Wendung in Vollendung

Speedmaster XL 105-P - 15.000 Bogen pro Stunde. Spitzengeschwindigkeit, höchster Automatisierungsgrad, keine Qualitätsabstriche beim Schön- und Widerdruck - endlich ist sie da, die Speedmaster XL 105 mit Wendung. Den letzten Schliff erhielt die neue Maschine durch Feldtests, unter anderem bei der Druckerei Engelhardt & Bauer in Karlsruhe.

"Die Unterseite ist verkratzt und verschmiert." Bernhard Konz schaut sich den Druckbogen ganz genau an und zeigt Rigo Fay die entsprechenden Stellen. Rigo Fay ist Chef der deutschen Akzidenzdruckerei Engelhardt & Bauer (E&B) mit Sitz in Karlsruhe. Dort arbeitet Bernhard Konz als technischer Leiter. Es ist März 2007. Auf dem Prototyp der neuen Zehnfarben-Speedmaster XL 105-P, der bei E&B im Feldtest läuft, wird gerade ein 4/4-farbiger Geschäftsbericht gedruckt. Fay und Konz denken über die möglichen Ursachen nach, können sich die Kratzer und Schmierstellen auf Anhieb aber nicht erklären: Zuvor ist dieser Fehler auf der brandneuen Maschine bei keinem einzigen Druckjob aufgetreten. Dabei testen die Karlsruher die Wendemaschine schon seit vier Wochen.

Wenige Tage später in Heidelberg: Die Experten des Druckmaschinenherstellers bilden den bei E&B aufgetretenen Fehler im Versuch nach. Mit Hochgeschwindigkeitskameras und modernster Messtechnik ist das Problem schnell lokalisiert: Die Bogenführung im Bereich der Kettenradwelle des Auslegers arbeitet nicht optimal - allerdings nur, wenn der Bogen im letzten Druckwerk nicht bedruckt wird. Außerdem tritt der Fehler nur bei wenigen Bedruckstoffen auf. Bis zur Lösung des Problems behelfen sich die Drucker von E&B, indem sie die Farben so umlegen, dass bei jedem Auftrag stets auch das letzte Druckwerk druckt. Nach intensiven Tests in Heidelberg ist es dann so weit: Verbesserte Saugsegmentscheiben in der Auslage führen den Bogen jetzt absolut sicher und abschmierfrei um die Kettenradwelle. Kurz darauf werden die neuen Scheiben in die Zehnfarben-Wendemaschine bei E&B eingebaut.

Feinschliff im Feldtest.
"Bis zur Marktfreigabe muss eine Serienmaschine voll ausgereift sein", erläutert Uwe Hochmüller, Produktmanager bei Heidelberg, der E&B während der Feldtestphase betreut. "Damit diese Marktreife erreicht wird, sind umfassende Tests unverzichtbar", betont Hochmüller. Das Beispiel der Saugsegmentscheiben im Prototyp von E&B unterstreiche die Bedeutung dieser Praxisprüfungen eindrucksvoll. "Natürlich durchläuft jede unserer Neuentwicklungen schon im eigenen Hause etliche Tests. Aber wir können nicht jeden nur denkbaren Druckjob auf jedem verfügbaren Bedruckstoff im Labor simulieren", erklärt Darko Zimbakov, Gruppenleiter in der Entwicklung bei Heidelberg und seit Juni 2007 verantwortlich für das Projekt XL 105-P: "Das würde dann doch zu viel Zeit und Geld kosten. Grundsätzlich hat jede Innovation von Heidelberg bereits einen mehrwöchigen Leistungs-Check hinter sich, bevor sie überhaupt zum Feldtester darf. Zu diesem Zweck stellt Heidelberg im eigenen Hause eine Druckerei nach und überprüft ein breites Spektrum an Farb-, Lack- und Bedruckstoffkombinationen. Diejenige Kombination, die eine Änderung der Saugsegmentscheiben erforderlich machte, kam bei der Erprobung in Heidelberg jedoch nicht zum Einsatz - bei E&B dagegen schon. So konnte der Fehler vor der Markteinführung aufgedeckt und behoben werden. "Unsere Maschinen können bereits vollwertig in der Produktion genutzt werden, wenn sie in den Feldtest gehen. In Zusammenarbeit mit dem Kunden erhalten sie dann aber den letzten Feinschliff", resümiert Produktmanager Hochmüller.

Damit die Druckmaschinen von Anfang an Spitzenprodukte sind, setzt Heidelberg auf das gebündelte Know-how mehrerer Spezialisten: Fachkräfte aus mechanischer Konstruktion, Projektierung, Software, Simulation, Messtechnik, Versuchsteilefertigung, Komponentenerprobung, Montage, Service, Versuchsdruckerei und Produktmanagement arbeiten im Team daran, die Speedmaster XL 105-P und ihre Geschwister zu technischen Meisterwerken zu machen.

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