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FSC-Zertifizierung in der Praxis - Ohne FSC-Zertifikat geht in der Printmedien-Branche immer weniger. Dabei ist der Weg zum weltweit anerkannten Logo einfacher, als viele meinen. Das Beispiel der deutschen Druckerei Kohlhammer & Wallishauser zeigt, wie es geht und worauf es ankommt.

Marc Hellstern kann sich noch gut an den Tag erinnern, an dem er sich zum ersten Mal ernsthaft mit dem Logo des Forest Stewardship Council (FSC) auseinandersetzen musste. "Wie so oft ging auch bei uns die Initiative vom Kunden aus", sagt der 40-Jährige, der im Druckhaus Kohlhammer & Wallishauser für die Produktion und den Verkauf verantwortlich ist.

In diesem Fall war es das Bundesamt für Naturschutz. Als Herausgeber der Zeitschrift Natur und Landschaft stellte die Behörde zwei Forderungen: "Wir sollten das monatlich erscheinende Heft künftig auf FSC-Papier drucken", erzählt Hellstern. "Außerdem wurde erwartet, dass wir unsere Prozesse gemäß FSC-Standards zertifizieren lassen." Der Druckerei ging es wie den meisten FSC-Neulingen: Sie wollte sofort reagieren, wusste aber nicht, wo sie beginnen sollte. "Erst auf der Internetseite des FSC und durch eine befreundete Druckerei erfuhren wir schließlich, welche Schritte zu unternehmen sind", erinnert sich Hellstern.
Vielen, die sich erstmals mit dem Thema Zertifizierung beschäftigen, geht es ähnlich. Und fast alle erleben gleich zu Beginn eine Überraschung. Denn die weltweite FSC-Organisation mit Hauptsitz in Bonn zertifiziert nicht selbst. Verantwortlich dafür sind weltweit rund 20 unabhängige Prüforganisationen, die vom Council autorisiert sind. Das Spektrum reicht von klassischen Ökowald-Protagonisten wie dem Rainforest Alliance Smartwood Program im amerikanischen Richmond bis hin zu Qualitätszertifizierern vom Schlage der Schweizer Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme.

Mit im Boot sitzen auch weltweit tätige Unternehmensberatungen wie die KPMG Forest Certification Services in Vancouver/Kanada oder die GFA Consulting Group in Hamburg. Die Hanseaten gelten als Marktführer in Deutschland. Mehr als 500 Unternehmen hat die GFA bereits zum FSC-Logo verholfen - Sägewerken, Papierfabriken und Papierhändlern ebenso wie Baumärkten oder Herstellern von Holzmöbeln. "Gerade bei den Druckereien verzeichnen wir seit einigen Jahren einen enormen Anstieg", sagt Eva Weinert vom Zertifizierungsteam der GFA und nennt den wichtigsten Grund für diese Entwicklung: "Immer mehr Auftraggeber wollen das FSC-Logo auf ihren Printprodukten sehen."

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