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"Ein Neubau ist ja erst der Anfang"

Wenn Druckereien an ihre Grenzen stoßen, stellt sich schnell die Frage: Ausbau, Neubau oder Reorganisation? Erich Zahn von Heidelberg Business Consultancy kennt die Antwort. Seit fast 20 Jahren unterstützt er weltweit Unternehmen aus der Printmedien-Industrie bei der Planung ihrer Räumlichkeiten und dem optimalen Aufbau von Produktionslinien und
-prozessen. Heidelberg Nachrichten fragte den erfahrenen Berater, worauf es dabei ankommt.


Herr Zahn, welchen Stellenwert haben Themen wie Materialfluss, Logistik und Fabrikplanung bei Heidelberg?
Erich Zahn: Das sind ganz zentrale Themen für uns. Schließlich möchten wir, dass unsere Kunden in jeder Hinsicht optimale Ergebnisse erzielen. Dazu müssen wir uns um weit mehr als nur um das direkte Umfeld der Maschinen kümmern.

Was ist denn im Umfeld einer Druckmaschine nicht in Ordnung, wenn sich ein Kunde an Sie wendet und Unterstützung benötigt?
Erich Zahn:
Meistens ist schlicht und ergreifend zu wenig Platz vorhanden. Früher wurde zum Beispiel im  Faltschachtelbereich mit Vierfarben-Maschinen, vielleicht noch mit Lack gearbeitet. Heute sind die Druck- und Faltschachtel-Klebemaschinen doppelt so lang und deutlich breiter. Außerdem ist die Leistungsfähigkeit der Maschinen auf der gleichen Fläche enorm gewachsen. Das heißt: Der gesamte Materialfluss ist bei Faltschachteldruckern stärker und bei Akzidenzdruckern differenzierter geworden, die räumlichen Reserven sind oft aufgebraucht. Bei Reorganisationen muss man deshalb sehen, wie sich die vorhandenen Produktionsräume, die meist noch als Puffer dienen, besser nutzen lassen. Oder man plant und baut eine komplett neue Fertigungsstätte. In beiden Fällen müssen natürlich auch die Prozesse und Abläufe auf den Prüfstand gestellt werden. Die Ausgangslage kann also sehr verschieden sein. Im Grunde geht es für uns aber immer um die gleiche Frage: wie wir dem Kunden helfen können, sein Geschäft schneller, besser und wirtschaftlicher zu führen als bisher.

Einmal abgesehen von räumlichen Veränderungen: Wo liegen Ihrer Erfahrung nach die größten Verbesserungspotenziale?
Erich Zahn: Das ist in jedem Unternehmen anders. Allerdings zeigt sich sehr häufig, dass verwandte Funktionsbereiche oft voneinander getrennt sind, zum Beispiel der Warenein- und -ausgang. Unternehmen, die beides zusammenfassen, sparen Fläche, Stapler, Arbeit und Verwaltungsaufwand. Auch die verschiedenen Lagerbereiche sollten zusammengeführt werden, also solche für Rohmaterial, Fertigwaren, Hilfsstoffe und Ersatzteile. Dadurch lassen sich die Volumina verringern und flexibler nutzen. Bei bestimmten Druckereien wiederum können organisatorische Veränderungen zum gewünschten Erfolg führen. Beispielsweise wenn im Druck viele Stopper auftreten, weil der Schnitt in der Papierfabrik nicht sauber war oder nur eine unzureichende Stapelvorbereitung stattfand, so dass sich die Bogen im Anleger nicht richtig trennen lassen. Hier könnte das Rütteln und Belüften in einem Stapelwender helfen. Das ist zwar mit zusätzlicher Arbeit verbunden, wird aber durch die höhere Produktivität der Druckmaschine bei weitem kompensiert.

Das komplette Interview können Sie über den Link in der Download-Box rechts oben herunterladen.

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