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Tipps & Tricks: Kratzer an Faltschachtel- verpackungen

Fehlerdefinition und Auswirkung
Druckprodukte müssen eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Einflüssen etwa durch den Druckprozess, die Druckweiter- verarbeitung oder den Transport aufweisen. Dabei spielen die Bedruck- stoffoberfläche, die Druckfarbe und auch die eingesetzte Drucklackierung eine Rolle. Beim Transport zur Druckweiterverarbeitung und zum Endkun- den kommt es darauf an, dass die Drucksachen so geschützt werden, dass es zu keiner Beschädigung der Bedruckstoffoberfläche bzw. der Druckfarben- oder Lackschicht kommt.

Ursachen und Abhilfen
Eine nicht optimal ausgeführte Lackierung kann beim Handling oder Transport zu Beschädigungen der Oberfläche führen. Daher ist es notwendig, den richtigen Lack auszuwählen und beim Druckprozess entsprechende Kontrollen vorzunehmen. Bei einem neuen Auftrag sind in Zweifelsfällen Probelackierungen vorzunehmen.

Fallbeispiel
Der Inhalt eines pharmazeutischen Produktes wurde in 0,2-Liter- Glasflaschen abgefüllt und in Faltschachteln verschlossen. Nach dem Transport per Lkw beanstandete der Abnehmer die Sendung wegen starker Kratzspuren auf den Faltschachteln. Für Untersuchungen erhielt die FOGRA beanstandete Verpackungen, unbedruckte Zuschnitte aus verschiedenen Fertigungen, Druckfarben- und Lackproben sowie Original- flaschen.
Visuelle Beurteilung der beanstandeten Faltschachteln
Die mit einem Dispersionslack geschützten Faltschachteln zeigten an verschiedenen Stellen sehr deutliche Kratzspuren. In Abbildung Nr. 1 ist dies dokumentiert. Es ist eine Vielzahl von Furchen zu erken- nen, die die Lack- und Druckfarben- schicht sowie den Strich des Kartons teilweise freilegen. Diese Beobachtung deutete an, dass die Beschädigungen entweder durch eine empfindliche Kartonoberfläche oder durch aggressive Fremdstoffe entstanden sind.

Scheuerprüfungen an Faltschachteln
Mit einem Scheuerprüfgerät erfolgten vergleichende Scheuertests an Proben aus der beanstandeten und aus früheren Fertigungen. Es zeigte sich in allen Fällen eine für ein dispersionslackiertes Produkt zufrieden stellende Druckfarben- und Lackhaftung. Unterschiede zwischen der beanstandeten Fertigung und früheren Produktionen konnten nicht fest- gestellt werden.
Erstellung von Aufnahmen mit dem Rasterelektronenmikros- kop (REM)
Eines der glitzernden Partikel wurde mit dem REM aufgenommen. Abbil- dung Nr. 2 zeigt ein hartes Partikel mit glatter Oberfläche, das noch teilweise im Karton eingeschlossen ist. Die Form des eingeschlossenen Partikels deutete darauf hin, dass es sich um einen Glassplitter aus den abgefüllten Flaschen handeln könnte. Um diesem Verdacht nachzugehen, wurden von einer mitgelieferten Flasche Glassplitter entnommen und von diesen ebenfalls REM-Aufnahmen erstellt.

Fazit
Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Faltschachteldrucke für Dispersionslackierungen eine normale Scheuerfestigkeit aufwiesen. Das Ergebnis war identisch bei früheren, nichtbeanstandeten und bei den beanstandeten Lieferungen. Bei den an einigen Zuschnitten beobachteten harten Partikel handelte es sich um Glassplitter, die offensichtlich von den verpackten Flaschen stammten. Falls sich gelöste Partikel verteilen können, spielt die Bewegungsfreiheit zwischen den einzelnen Verpackungen eine große Rolle.

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Daten & Fakten

In Zusammenarbeit mit:
FOGRA - Forschungs-
gesellschaft Druck e.V.
Streitfeldstraße 19
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Tel.: +49 (0)89 4 31 82 0
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