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Tipps & Tricks: Hochstehen der Ecken an Wandkalendern

Fehlerdefinition und Auswirkung
In vielen Fällen ist eine leichte Wölbung von Wandkalendern zu beobach- ten. Dieser Zustand wird im Allgemeinen von Auftraggebern und Käufern akzeptiert, vor allem dann, wenn die Wölbung symmetrisch zur längeren oder kürzeren Seite auftritt. In krassen Fällen jedoch wölben sich die Kalenderblätter derart stark, dass dieses Erscheinungsbild nicht akzeptiert werden kann. Die Blätter können sich zur Vorder- oder Rückseite symme- trisch wölben. Dies bedeutet, dass die Wölbung parallel zur Faserrich- tung verläuft. Es kommt auch eine Wölbung mit hochstehenden Ecken vor, die mit "Eselsohren" von Buchseiten Ähnlichkeit hat. In diesen Fällen wird das ästhetische Erscheinungsbild besonders negativ beeinträchtigt.

Ursachen und Abhilfen
Einseitig gestrichene Papiersorten neigen zur Wölbung, da das Quell- und Schrumpfvermögen von Vorder- und Rückseite je nach Klimabedingungen unterschiedlich sein kann. Bei dem meist einseitigen Vorderseitendruck kann durch Einfluss von Druckfarbe und Feuchtmittel zusätzlich eine Nichtplanlage bewirkt werden. Mit einem aufwändigen Streckgang kann dem Effekt entgegengewirkt werden. Das Hochstehen der Ecken hängt in der Regel mit einer Diagonalverspannung zusammen, die durch nicht optimale Faserorientierung verursacht wird. In einem solchen Fall gibt es für den Drucker keine Möglichkeit der Verhinderung des Effekts.
Abb.1: Hochstehende Ecken an einem beanstandeten Kalender.
Abb.1: Hochstehende Ecken an einem beanstandeten Kalender.
Fallbeispiel
Nach der Fertigung der Kalender und Aus- hängen in verschiedenen Räumen wurde ein deutliches Hochstehen der Ecken festgestellt. Es wurde vermutet, dass es sich um einen Fehler im Papier handelt. Der Papierhersteller dagegen war der Meinung, dass durch die Wahl der falschen Laufrichtung oder durch den Druckprozess die Reklamation ver- ursacht wurde. Zur Klärung der Ursa- che wurden der fogra die beanstan- deten Kalender und unbedruckte Hand- muster zur Verfügung gestellt. Es zeigte sich, dass die Kalender in Räumen mit hoher Luftfeuchte eine normale Planlage aufwiesen, wogegen bei Lagerung in trockenem Klima ein starkes Hochstehen der Ecken deutlich wurde (Abb. 1).

1. Prüfung der Faserorientierung
Da der Verdacht auf eine Diagonalverspannung bestand, wurde an Proben der Kalenderblätter, die im Winkel von +30 Grad und -30 Grad herausgeschnitten wurden, Bruchkraftmessungen durchgeführt. Bei einem Papier mit idealer Faserorientierung dürften sich bei diesen Messungen keine großen Unterschiede in der Bruchkraft von linker und rechter Winkelung ergeben. Im vorliegenden Fall jedoch zeigten sich an den Streifen mit +30 Grad gegenüber Proben mit -30 Grad-Winkelung generell geringere Werte. Durch diese Messung erhärtete sich der Verdacht auf ungünstige Faserorientierung des Papiers.
Abb. 2: Hochstehende Ecken einer Papierprobe nach der Lagerung in einem Wärmeschrank.
Abb. 2: Hochstehende Ecken einer Papierprobe nach der Lagerung in einem Wärmeschrank.
2. Untersuchung der Planlage an unbedruckten Proben
An unbedruckten Handmustern der identischen Lieferung wurden Proben in der Größe von 10 × 10 Zentimeter ausgeschnitten und im Wärmeschrank bei 40 Grad Celsius über eine Dauer von fünf Minuten gelagert. Es zeigte sich - wie bei den beanstandeten Kalendern - ein deutliches Hochstehen der Ecken (Abb. 2). Dieser Test hat bestätigt, dass unabhängig vom Druckprozess das gelieferte Papier eine Diagonalverspannung aufwies und damit für die Reklamation verantwortlich war.

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