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Tipps & Tricks: Farbtonschwankungen von Bogen zu Bogen

Fehlerdefinition und Auswirkung
Bei einer Papierlieferung kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass über die gesamte Auf lage ein gleiches Druckergebnis erreichbar ist. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass im Fortdruck innerhalb einer Lieferung Tonwertunterschiede auftreten. Der Drucker hat eine begrenzte Möglichkeit, mittels Farbsteuerung auf diese Qualitätsunterschiede zu re- agieren. Wenn sich im Druckbild von Bogen zu Bogen ein ständig wech- selnder Farbton zeigt, hat der Drucker keine Chance, eine gleichmäßige Druckqualität zu liefern.

Der Fehler kann sich in Form von Dublieren der Einzelfarben und Aufbauen von Strich auf den Drucktüchern bemerkbar machen. Entscheidend ist bei diesem Fehler, dass die Farbtonschwankungen in einem ganz bestimmten Rhythmus sichtbar werden, z.B. bei jedem 4. Bogen oder auch bei jedem 6. Bogen.

Ursachen und Abhilfen
Bei der Papierherstellung werden von der Mutterrolle (Tambour) für den Rollen- und Bogendruck einzelne Rollen längs geschnitten. Für den Bogenoffsetdruck folgt der Schnitt im Querschneider. Bei diesem Vorgang werden aus verschiedenen Positionen des Tambours und verschiedenen Tambouren Rollen bis zu einer flächenbezogenen Masse von 480 Gramm pro Quadratmeter geschnitten. Diese im Querschneider geschnittenen Bogen können unterschiedliche Qualitäten aufweisen. Das können Unter- schiede z.B. in der Glätte, dem Kraft-Dehnverhalten oder in der Neigung des Aufbauens von Strich sein.

Von großer Hilfe ist es, wenn der Drucker den Querschneider-Rhythmus rechtzeitig erkennt und dem Papierlieferanten entsprechende Informationen gibt, um schnellstmöglich eine Nachlieferung zu erhalten. Bei der Papier- herstellung werden die Rollen im Querschneider "chaotisch" geschnitten. Dies bedeutet, dass Rollen mit unterschiedlicher Druckeignung von verschiedenen Tambouren und eventuell aus verschiedenen Positionen eines Tambours gleichzeitig geschnitten werden. In den Papierfabriken ist es aus logistischen Gründen nicht möglich, den "Systemschnitt" anzuwen- den, bei dem benachbarte und hintereinanderliegende Rollen des Tam- bours kombiniert werden, die ähnliche Eigenschaften aufweisen.
Abb.1: Druckausfall von vier in Serie gedruckten Bogen.
Abb.1: Druckausfall von vier in Serie gedruckten Bogen.
Fallbeispiel
Ein Prospekt wurde auf mit einem glänzend gestrichenen Papier im Bogenoffsetverfahren vierfarbig gedruckt. Während des Auflagen- druckes zeigte sich innerhalb einer Serie eine ständig wechselnde Druckwiedergabe: Nach einem Bogen mit einwandfreiem Ausdruck folgten jeweils drei Bogen mit deut- lich geringer Farbdichte (Abb. 1). Der Drucker berichtete ferner, dass es zu einem Auf bauen des Strichs auf den Drucktüchern gekommen ist.
Abb. 2: Probedrucke an einer Serie von vier Bogen.
Abb. 2: Probedrucke an einer Serie von vier Bogen.
Untersuchungen
Zur Klärung der Ursache wurden mit der Probedruckmaschine aus einer Serie des unbedruckten Auflagen- papiers Andrucke mit Vorfeuchtung angefertigt. Bei diesem Test wird die Empfindlichkeit des Strichs gegen- über Feuchtmitteleinfluss geprüft. Dabei wird im Feuchteaggregat der Maschine der zu prüfende Papier- streifen mit handelsüblichem Feucht- mittel benetzt. Der Druck erfolgt unmittelbar danach mit einer Testfarbe. Im vorliegenden Fall erzielte man einen Probedruck mit einwandfreier Farb- übertragung, gefolgt von drei Proben mit schlechter Farbübertragung (Abb. 2).

Fazit
Die Untersuchungen zeigten, dass die Bogen im 4er-Querschneiderrhyth- mus geschnitten wurden, bei denen jeweils eine Rolle eine einwandfreie Bedruckbarkeit und drei Rollen eine starke Empfindlichkeit des Strichs gegenüber Feuchtmittel aufwiesen. Durch den Zug der Druckfarbe wurden bei den Bogen mit der Feuchtmittelempfindlichkeit des Strichs Partikel herausgerissen, die zu Ablagerungen auf den Drucktüchern und zu einer gestörten Farbübertragung mit der Folge eines Tonwertverlustes führten.

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