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Tipps & Tricks: Störungen in Verläufen vermeiden (Teil 1)

Fehlerhafte Einstellung einer CtP-Anlage korrigieren

Das Erscheinungsbild von Werbeprospekten für Kosmetika, Autos und Kleidung muss höchsten Qualitätsansprüchen genügen. Eines der zentralen Kriterien ist dabei ein harmonischer und makelloser
Eindruck von Farbübergängen, wie sie etwa bei Licht- und Schatteneffekten in Gesichtern und an Autokarosserien vorkommen. Jede merkliche Störung in Form von Abrissen, Streifenstrukturen oder Farbverschiebungen in diesen Motiven wird sowohl vom Endverbraucher als auch vom Auftraggeber des Druckproduktes als inakzeptabel eingestuft. Dies bedeutet für den Vorstufendienstleister genauso wie für die Druckvorstufe in einer Druckerei, dass bei der Plattenbebilderung und -entwicklung eine Qualitätssicherung unverzichtbar ist. Dazu müssen schon im Vorfeld von solch wichtigen und kritischen Druckaufträgen geeignete digitale Kontrollmittel und Testformen eingesetzt werden.

Fehlerhaft eingestellter Bebilderer
Für Störungen in Verläufen gibt es zahlreiche Ursachen. Aus diesem Grund sollten zuerst Druckbogen, Druckplatte und der verwendete Datensatz hinsichtlich visuell erkennbarer Störungen kontrolliert
werden. Zeigen sich die Störungen schon auf der Druckplatte, aber noch nicht im Datensatz beziehungsweise den gerippten Daten, so muss der Bebilderungs- und der Entwicklungsprozess der Platte auf mögliche Ursachen untersucht werden. Treten Fehler bei der Bebilderung auf, kommen zwei Ursachen in Frage: Zum einen kann die Bebilderungseinheit dejustiert oder verschmutzt sein. In diesem Fall muss die CtP-Anlage gewartet werden. Zum anderen können vom Anwender ungünstig eingestellte Linearisierungs- und Tonwertkorrekturkurven die Störungen verursachen.

Prävention durch korrekte Justierung
Gerade bei sensiblen Druckaufträgen bietet die Fogra-CtP-Testform eine sinnvolle Möglichkeit zur Qualitätssicherung. Mit dieser Testform werden Druckplatten auf die korrekte Einstellung der Bebilderung im Vergleich zu einer Referenzplatte kontrolliert.

Grundsätzlich lässt sich die Qualität mit der Fogra-CtP-Testform in sehr einfachen Arbeitsschritten sicherstellen. Zuerst werden mit der CtP-Testform Referenzmusterplatten erstellt und archiviert, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, an dem die CtP-Anlage optimal eingestellt ist (zum Beispiel nach ihrer Installation oder Wartung sowie der entsprechenden Freigabe für die Produktion). Hierzu wird die PDF-Datei der CtP-Testform auf direktem Weg bebildert (beispielsweise per direkten Download oder per Drucken aus Acrobat-Distiller). Im Falle eines PostScript-(PS-)basierten Workflows erfolgt die Ausgabe der CtP-Testform als PS-Datei. Die Ausgabe der Testform sollte nicht über Anwendungsprogramme geschehen, weil diese das Ausgabeergebnis verfälschen könnten. Darüber hinaus sollten bei der Ausgabe keine Linearisierungs- und/oder Tonwertkorrekturkurven angewendet werden. Nur so lässt sich eine möglichst unverfälschte Leistungsprüfung der CtP-Anlage durchführen und dokumentieren.

Zu späteren Zeitpunkten, etwa bei einer Qualitätskontrolle im Wochenzyklus, werden nach der gleichen Ausgabemethodik eine Platte mit der CtP-Testform erstellt und das erzielte Bebilderungsergebnis durch Vergleich mit den vorhandenen Referenzplatten auf Abweichungen untersucht. Handelt es sich um Störungen in Verläufen infolge eines fehlerhaft eingestellten Bebilderers, dann sollte das Hauptaugenmerk der Prüfung auf die linearen und zweidimensionalen Verlaufsfelder sowie auf die auf lösungsorientierten Schachbrettfelder der CtP-Testform gelegt werden. Sind Abweichungen und Störungen zu erkennen, ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Justage der Bebilderungseinheit notwendig.

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