Der sparsame Umgang mit Waschmitteln und der geringe
Wasserverbrauch sind die ersten Schritte auf dem Weg, das Waschen
umweltgerecht zu gestalten. Die automatischen Wascheinrichtungen
der Heidelberger Druckmaschinen AG tragen in jedem Fall dazu bei,
dass die Waschvorgänge umweltschonend ablaufen.
Um die Belastungen der Luft im Drucksaal und in der Umwelt
deutlich zu reduzieren, sind seit der drupa 1990 emissionsarme
Waschmittel auf dem Markt. Diese Waschmittel bestehen aus schwer
flüchtigen kohlenwasserstoffgemischen, Pflanzenölestern
oder deren Gemischen. Bei der Markteinführung dieser Produkte
entstanden allerdings technische Probleme bezüglich der
Materialverträglichkeit bestimmter Werkstoffe in den
Druckmaschinen.
Deshalb trafen die Druckmaschinenhersteller in Zusammenarbeit
mit der Fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V., der
Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung, dem
Bundesverband Druck und Medien und der IG Medien eine freiwillige
Vereinbarung, nämlich die "Brancheninitiative zur
Verminderung von Lösemittelemissionen im Offsetdruck".
Ihr Ziel ist es nicht nur, die Lösemittelemissionen im
Offsetdruck zu verringern und so Mensch und Umwelt zu
schützen, sondern auch das Risiko von Maschinenschäden
durch eine technische Freigabeprüfung von Waschmitteln zu
begrenzen.
Diese technische Freigabeprüfung als Voraussetzung
für den reibungslosen Einsatz eines Waschmittels im Betrieb
wird vom Waschmittelhersteller bei dem spezialisierten Labor der
Fogra in Auftrag gegeben. Dieses untersucht zum Beispiel für
die Heidelberger Druckmaschinen AG
- physikalisch-chemische Parameter des Waschmittels
(Wassermischbarkeit, Viskosität, Temperaturverhalten,
Stabilität, Jodzahl)
- die Verträglichkeit des Waschmittels mit
nichtmetallischen Werkstoffen (Walzen, Drucktüchern,
Schlauch- und Dichtungsmaterialien) sowie mit
- metallischen Werkstoffen (Maschinenlackierungen, metallischen
Bauteilen, Druckplatten)
Bei einem Walzenquellversuch werden drei gleiche Walzenteile
für 24 Stunden bei Raumtemperatur in das Waschmittel
eingetaucht. Oftmals bringt das Waschmittel den Gummiwerkstoff zum
Quellen, d.h., eine Massen- und Volumenzunahme der Walzenteile ist
feststellbar. Falls diese Zunahme bestimmte Grenzwerte
übersteigt, kann nicht mehr von einem reibungslosen Betrieb
ausgegangen werden. Die Prüfanordnung für einen Quelltest
mit Walzenteilen ist in der Abbildung 1 dargestellt. Da manche
Waschmitteltypen die Lackierung regelrecht ablösen können
(s. Abb. 2), wird auch die Wechselwirkung zwischen Waschmittel und
der Maschinenlackierung untersucht.
Nach Abschluss der einzelnen Prüfungen erhält
Heidelberg einen Bericht der Fogra mit allen Ergebnissen der
Freigabeprüfung und trifft dann die Entscheidung, ob das
Produkt für den Einsatz in den Heidelberger Maschinen geeignet
ist. Ist dies der Fall, erhält der Waschmittelhersteller eine
Prüfurkunde der Fogra (Abb. 3).
Alle Produkte, die die Prüfung bestanden haben, werden
in einer Liste geführt, die von der Fogra laufend aktualisiert
wird. Die aktuellste Veröffentlichung dieser Freigabeliste ist
auf der
Fogra-Homepage zu finden. Bereits über 290
Produkte von Herstellern aus aller Welt wurden erfolgreich für
den Einsatz in Maschinen von Heidelberg zertifiziert.