Tipps & Tricks: Aufroller im Bogenoffset
Der Teufel steckt bekanntlich im detail, ... und hat viele
Namen. Ganz ähnlich ist es auch bei Aufschälern,
Aufrollern, Knautschern oder der Röllchenbildung. Denn so
verschieden die Begriffe auch sein mögen: Sie alle stehen
für ein und denselben Fehler, für eine Schicht- oder
Lagentrennung des Bedruckstoffs, sowohl bei Papier als auch bei
Kartonmaterialien.
Mögliche Ursachen
Häufig muss das Druckpapier in der Druckerei auf das
korrekte Format geschnitten werden. Dazu sind ein oder mehrere
Schnitte nötig. Beim Einschieben der zu schneidenden Stapel in
den Planschneider kann der unterste Bogen an einer nicht korrekt
sitzenden Schneidleiste hängenbleiben. Dadurch kommt es zu
einer Lagentrennung und beim weiteren Handling zum Aufroller.
Beim Aufsetzen der Bogen in die Druckmaschine kann durch
Kontakt der Schnittkanten die Vorder- oder Rückseite
beschädigt werden. Dieses Problem tritt gerade bei dicken
Lagen besonders häufig auf. Es kommt zur partiellen
Lagentrennung an der Kante und durch den Schiebevorgang der Lage
auf dem Stapel zum Aufrollen der beschädigten Stelle.
Eine weitere Ursache für Aufroller können
eingeschobene Keile für den Höhenausgleich im Stapel
sein, zum Beispiel das Einschieben von Schwertfühlern zur
Feuchtigkeitsmessung.
Während der Papierherstellung werden beim Formatschnitt
die Papierrollen abgerollt. Dabei kann es vorkommen, dass die Lagen
partiell miteinander verkleben. Die Folge: Bei der Lagentrennung
während des Abrollvorgangs reißt die Oberfläche und
verursacht Aufroller.
Mögliche Abhilfen
Die genannten Fehler lassen sich fast immer vermeiden, wenn
besonders aufmerksam und sorgfältig gearbeitet wird. Ganz
entscheidend ist zum Beispiel, dass am Planschneider der jeweils
unterste Bogen weggeworfen wird. Das Risiko eines Aufrollers, der
durch die Druckmaschine läuft, verringert sich dadurch
erheblich. Außerdem sollte das Einschieben von Keilen oder
Messfühlern mit äußerster Vorsicht geschehen. Der
Einsatz von Blasluft am Planschneidetisch ist ebenfalls dringend zu
empfehlen. Zudem ist unbedingt darauf zu achten, dass eine neu
montierte Schneidleiste an keiner Stelle über den
Schneidetisch hinausragt.
Ein Praxisbeispiel
In einer Druckerei mussten die gelieferten Bogen auf das
gewünschte Druckformat zurechtgeschnitten werden. Dabei wurde
stets der unterste Bogen eines zu schneidenden Stapels an einer
Kante verletzt, die Kontakt zu einer falsch positionierten
Schneidleiste hatte. Die Folge waren kleine Risse und
Beschädigungen, die sich im weiteren Verlauf zu mehreren
Aufrollern ausbildeten.
Die Fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V. wurde zur
Begutachtung herangezogen und konnte die Schneidleiste als
eindeutige Ursache für den Aufroller ausmachen. Betroffen
waren gleich mehrere Bogen. Sie alle wiesen an identischer Stelle
eine Verletzung der Kante auf. Genau dort entstanden auch die
Aufschäler.
Ist der Schaden erst einmal entstanden, stellt sich
natürlich auch die Frage nach der Haftung. Zur
Reklamationsbearbeitung ist es besonders hilfreich, wenn sich der
Verursacherbogen sicherstellen lässt. Anhand dieses Bogens
lassen sich oftmals Rückschlüsse auf die Entstehung des
Aufrollers ziehen. Sitzt beispielsweise der Aufroller an einer
Bogenkante und wird in seinem Verlauf zunehmend breiter, liegen die
Ursachen beim Beschnitt oder Abstapeln. Beginnt der Aufroller in
der Bogenmitte, so deutet vieles auf die Entstehung in der
Papierfabrik hin. Die Bearbeitung solcher Reklamationen durch die
Fogra zeigt allerdings, dass neun von zehn Aufrollern durch
unsachgemäßen Umgang in der Druckerei verursacht werden.
Druckversion
Daten & Fakten
In Zusammenarbeit mit:
FOGRA - Forschungs-
gesellschaft Druck e.V.
Georg Pantel
Streitfeldstraße 19
81673 München
Tel.: +49 (0)89 4 31 82 1 31
Fax: +49 (0)89 4 31 82 1 00
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