Tipps & Tricks: Farbe und Feuchtmittel im Gleichgewicht 1
Eine optimale Druckqualität erfordert die stabile Balance
von Farbe und Feuchtmittel in allen Druckwerken. Um dieses Ziel zu
erreichen, hat die Fogra ein einzigartiges Werkzeug entwickelt: die
Feuchtungskontroll-Testform.
Jeder Drucker will seine Druckmaschine für den
jeweiligen Auftrag bestmöglich einstellen. Bisher erfolgte die
Maschineneinstellung - und damit indirekt auch die Steuerung des
Gleichgewichts zwischen Farbe und Feuchtmittel -, indem die
Farbdichte der Kontrollfelder am Druckbogenrand gemessen wurde.
Insofern fehlte ein geeignetes Prüfmittel zur Dokumentation
der korrekten Druckmaschinenjustierung.
Einheitlichen Druckzustand herstellen
Die Fogra hat deshalb eine Feuchtungskontroll- Testform
entwickelt, die es ermöglicht, die Feuchtmittelführung zu
prüfen und richtig zu steuern. Mit der Testform und den
dazugehörigen Einstellmaßnahmen lassen sich
Druckmaschinen zuverlässig in einen einheitlichen Druckzustand
versetzen. So zeigen (visuelle) Kontrollfelder, ob sich Farb- und
Feuchtwerk in einem mechanisch kritischen Bereich befinden. Dank
der Testform erkennt der Drucker sofort, ob das Druckergebnis
über das gesamte Bogenformat gleichmäßig sein wird.
Außerdem sieht er, wie groß die Unterschiede von
Druckwerk zu Druckwerk sind, und kann die Einstellungen
entsprechend korrigieren.
Identische Drucktestverfahren
Die Drucktests erfolgen in allen Farbwerken nach dem gleichen
Verfahren: Zuerst wird die Volltonfärbung mit einer
möglichst hohen Dichte nur durch Variation der Farbduktorrate
eingestellt. Dabei bleiben die üblichen mechanischen
Einstellungen unverändert. Sobald in allen Zonen die
einheitliche Dichte des Zielkorridors erreicht ist, lässt sich
in einem nächsten Schritt die Feuchtung bis zur Schmiergrenze
sowie bis zum vollständigen Tonen reduzieren. Will der Drucker
zusätzlich den Feuchtungsspielraum ermitteln, kann er auch
noch die Überfeuchtung prüfen. Dabei erhöht er die
Duktorrate des Feuchtwerks in separaten, einzelnen Schritten, bis
ein deutliches Schablonieren auftritt.
Für fast alle Maschinentypen geeignet
Ein optimal eingestelltes
Druckfarbe-Feuchtmittel-Gleichgewicht weist bei der
Tonwertermittlung nur äußerst geringe Unterschiede in den
verschiedenen Feuchtungszuständen auf. Die
Abbildungen 1 und 2 zeigen den Druckbogen einer optimal
eingestellten Druckmaschine bei Überfärbung und
Unterfeuchtung. Die Abbildung 3 zeigt den Druckbogen einer Maschine
mit schlecht eingestelltem Feuchtwerk. Die
Fogra-Feuchtungskontroll-Testform ist für nahezu alle
Druckmaschinentypen und glatten Bedruckstoffe geeignet - inklusive
aller möglichen
Kombinationen von Druckfarben, Feuchtmittelzusätzen,
Plattentypen, Drucktüchern und Walzenmaterialien.
Wie kann eine Druckerei die Testform erhalten? Mehr Informationen
zur Testform, zu den Kosten für diese Serviceleistung oder
einen Gesprächstermin erhalten Sie von Ulrich Schmitt,
Tel.: +49 (0)89 43 18 23 37,
schmitt@fogra.org.
Teil 2 des Artikels zeigt weitere Beispiele für
ungünstige oder fehlerhafte Einstellungen, die sich mit Hilfe
der Testform schnell erkennen und korrigieren lassen. Er erscheint
in der nächsten Ausgabe der Heidelberg Nachrichten.
Abb. 1: Optimales Druckergebnis mit der
Fogra-Feuchtungskontroll-Testform bei Überfärbung und
optimaler Feuchtung an einer kleinformatigen Druckmaschine.
Abb. 2: Überzeugendes Ergebnis mit Testform bei
deutlicher Unterfeuchtung an einer kleinformatigen Druckmaschine.
Abb. 3: Ungünstiges Ergebnis bei deutlicher
Unterfeuchtung.
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