Tipps & Tricks: Das Gummituch: Herzstück für guten Offsetdruck
Querschnitt durch ein Gummituch
Multitalent Gummituch: Das Herzstück des Offsetdrucks soll
Schrift- und Bildelemente exakt von der Druckplatte auf den
Bedruckstoff übertragen. Eine enorm anspruchsvolle Aufgabe,
wie ein genauerer Blick auf das damit verbundene
Anforderungsprofil zeigt.
Das Drucktuch muss die Farbe ebenso gut annehmen wie abgeben.
Zugleich soll es das Feuchtmittel gleichmäßig
transportieren. Außerdem gilt es, Unebenheiten im
Bedruckstoff auszugleichen und wie ein
"Dämpfungssystem" zu wirken. Spezifische
Materialeigenschaften entscheiden maßgeblich darüber, wie
gut sich das bedruckte Material vom Gummituch löst
(Quick-Release-Effekt), wie hoch die Qualität der Farbund
Tonwertwiedergabe ist oder wie stark sich mechanische
Beanspruchungen auf das Druckbild auswirken.
Aufgrund derartiger Anforderungen hat Heidelberg seine
Gummitücher intensiven Tests unterzogen. Das gilt sowohl
für die Oberflächen- beschaffenheit (beispielsweise
Rauheit, chemische Zusammensetzung) wie auch für die
"Dämpfungseigenschaften" (Kompressibilität) der
aus mehreren Schichten bestehenden Tücher. So kann der Kunde
sicher sein, dass Saphira Gummitücher beste Druckqualität
bei hoher Laufruhe und Auflagenstabilität bieten. Für
Sonderanwendungen werden in immer mehr Ländern sogar spezielle
Tücher eingeführt. Letztlich ermöglichen es alle
Gummitücher aus der Saphira Palette dem Anwender, den
vollen Funktionsumfang seiner Maschine von Heidelberg wirklich
optimal auszunutzen.
Damit die Tücher ihren Job ordentlich verrichten, werden sie
am besten originalverpackt und stehend aufbewahrt - kühl, vor
Staub und Sonneneinstrahlung geschützt. Länger als 24
Monate sollten sie nicht lagern, da das Material sonst
verhärten und brüchig werden kann. Es empfiehlt sich, die
Tücher vor Erstgebrauch mit Wasser zu säubern und
später nur zugelassene Waschmittel zu benutzen, um die
Materialeigenschaften nicht zu beeinträchtigen.
Regelmäßiges Reinigen verhindert zudem, dass Ablagerungen
den Druck stören.
Falls dennoch Unregelmäßigkeiten im Druckbild auftauchen
und andere Ursachen ausgeschlossen sind, sollte man Folgendes
bedenken: Schieben oder Doublieren kann z.B. daran liegen, dass
Druckabwicklung bzw. Aufzug falsch sind. Ergo sollten die
Aufzugshöhen an Plattenund Gummizylinder überprüft
werden. Faustregel für den Gummizylinder: Gute
Aufzugshöhe entspricht Schmitzringhöhe (+/- 0,02
Millimeter). Präzise prüfen lassen sich die
Aufzugshöhen mit der Aufzugsmessuhr von Heidelberg.
Außerdem ist es ratsam, das Tuch mit einem
Drehmomentschlüssel exakt anzuziehen. Wenn wolkiger Ausdruck
nicht auf Bedruckstoff oder Farbe zurückzuführen ist,
könnten Mängel in Oberfläche bzw. Aufbau des
Gummituchs die Ursache sein.
Aufschluss gibt oft ein Einzelauszug mit einer
Vollfläche ohne Wasser. Auch überhöhte Tonwerte, die
deutlich über den Werten des Prozessstandards für den
Offsetdruck liegen, sind eventuell ein Hinweis auf mangelhafte
Abwicklung beziehungsweise Aufzugshöhen sowie zu hohe
Pressungen. Selbst Passerprobleme können aus Wechselwirkungen
zwischen Gummituch, Druckfarbe und Bedruckstoff resultieren.
Drucktücher mit guten Quick-Release-Eigenschaften minimieren
die hier wirkenden Adhäsionskräfte und dadurch negative
Auswirkungen auf den Passer. Grundsätzlich lässt sich
eine Vielzahl drucktechnischer Probleme vermeiden, wenn man die
hochwertigen Saphira Produkte von Heidelberg verwendet.
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