Tipps & Tricks: Plattenproduktion in Perfektion: Licht ins Dunkel!
Nicht nur die Chemie muss stimmen: Optimale Druckergebnisse
lassen sich nur dann erzielen, wenn auch die eigentliche
Trägerin von Schrift- und Bildinformationen makellos ist: die
Druckplatte. Ihre thermale Belichtung und Weiterverarbeitung ist
zwar keine Hexerei, erfordert aber durchaus ein wenig
"Laborantenwissen".
Im Grunde steckt auch in modernen
Computer-to-Plate-Belichtern ein kleines Fotolabor: Zwar kann man
hier auf die Entwicklung von Negativen (Filmen) verzichten, aber
die Bilder (Platten) wollen noch immer korrekt belichtet sein - und
dazu müssen z.B. Belichtungszeit und -energie stimmen. Auch
Entwicklungschemikalien sowie weitere Prozessparameter erfordern
regelmäßige Kontrolle. Läuft hier etwas schief,
macht sich später im Druck womöglich das sogenannte
Banding bemerkbar: feine Linien bzw. Streifen in circa 1 bis 2,5 mm
Abstand, die das Druckbild verunstalten.
Bevor die Ursachenforschung an der Druckmaschine kostbare
Zeit verschlingt, sollte man also einen Blick in die Druckvorstufe
werfen, um beispielsweise die Einstellungen des Belichters zu
prüfen. Denn obwohl moderne CtP-Geräte wie der
Suprasetter von Heidelberg die Leistung des Lasers permanent
überwachen und anpassen, führen falsche Settings fast
zwangsläufig zu unerwünschten Effekten. Unabhängig
vom Hersteller des Belichters kann es auch nicht schaden, die Lade-
bzw. Entlademechanik des Geräts regelmäßig auf
Verschleißerscheinungen zu untersuchen. Und die Platten? Die
sollten vorschriftsmäßig gelagert werden, damit ihre
Empfindlichkeit und so auch ihr Belichtungsverhalten berechenbar
bleiben.
In der Entwicklungsmaschine spielt natürlich auch die
Chemie eine wichtige Rolle. Damit der Entwickler keine
"Ermüdungserscheinungen" aufweist, müssen zum Beispiel
Verbrauch und Verdunstung richtig ausgeglichen werden - und zwar
ständig. Das funktioniert aber nur, wenn man die erforderliche
Verbrauchs- und Oxidationsregenerierung auch im Tagesgeschäft
im Auge behält. Ansonsten büßt der Entwickler
schleichend an Wirksamkeit ein. Ähnliches kann passieren, wenn
Wasser aus den Quetschwalzen zurückläuft. Damit eine
Verdünnung der Entwicklungsflüssigkeit vermieden wird,
sollten also auch die Einstellung der Walzen sowie die Position des
Sprührohrs überprüft werden. Der Zustand des
Entwicklers lässt sich entweder per pH-Wert-Messung (bei
Entwicklern für Fotopolymerplatten) oder Leitwertmessung (bei
vielen Thermalplatten) beurteilen.
Wenn die Chemie stimmt und sich im Druck dennoch eine gewisse
Wolkigkeit bemerkbar macht, lohnt sich womöglich ein genauerer
Blick auf den Plattentransport: Falls bei durchlaufender Platte der
Entwickler in einer Welle zurückläuft, könnte das
ein Hinweis darauf sein, dass Kettenspannung oder Walzen am Antrieb
nachjustiert werden müssen. Nicht zuletzt besteht - wie in
jedem konventionellen Fotolabor - auch die Möglichkeit, dass
die Entwicklungsflüssigkeit schlicht zu warm oder zu kalt ist.
Um herauszufinden, ob Heizung oder Kühlung defekt ist, benutzt
man sicherheitshalber ein digitales bzw. ein Alkoholthermometer -
weil konventionelle Quecksilberthermometer die Gefahr bergen, dass
sie bei einem Bruch die ganze Maschine ruinieren. Die
Idealtemperatur der Entwicklungsflüssigkeit kann man beim
Lieferanten der Platten in Erfahrung bringen.
Im Sinne eines reibungslos laufenden Druckbetriebs ist man
also gut beraten, wenn man die Plattenproduktion in Schuss
hält. Die Testformen, die in Belichtern aus dem Hause
Heidelberg bereits systemtechnisch hinterlegt sind, können
maßgeblich dazu beitragen: Sie erleichtern die tägliche
Kontrolle erheblich, zumal die Formen auch Rückschlüsse
auf den Entwicklungsvorgang als solchen zulassen - mit anderen
Worten: Dem Anwender stehen nützliche Hilfsmittel zur
Verfügung, die für einen stabilen Prozess sorgen. Platten
und Verarbeitungschemikalien aus der Saphira-Palette von Heidelberg
tragen ihr Übriges dazu bei, dass das "Fotolabor" in der
Druckvorstufe reibungslos funktioniert - ebenso wie
maßgeschneiderte Instandhaltungsprogramme, die man mit dem
Systemservice von Heidelberg vereinbaren kann. Um Stillstandszeiten
so weit wie eben möglich zu minimieren, können
entsprechend ausgestattete Suprasetter sogar Infos über den
eigenen Zustand oder den bald erforderlichen Austausch eines
Serviceteils an einen Spezialisten von Heidelberg übermitteln.
Das geht via Internet in Sekundenschnelle. Stimmt der moderne
"Laborant" in der Prepress-Abteilung der Datenübermittlung zu,
schont er Geld, Zeit und Nerven - zum Wohle all seiner Kollegen!
Druckversion
Print Media Academy
Die Print Media Academy in Heidelberg unterstützt die Druck-
und Medienbranche durch ein breitgefächertes
Weiterbildungsangebot. Sie dient als Ideen-, Trainings- und
Zukunftszentrum unter dem Motto "Lernen vonei-nander und
miteinander". Mehr